Arca-Vigraha - Die Verehrung der Bildgestalt Gottes

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Das Herz des Tempels sind die Bildgestalten, die nicht verschieden von Krishna sind und die mit viel Liebe und Aufmerksamkeit verehrt werden. Da es schwierig ist mit unseren Sinnen Gott wahrzunehmen, erscheint Er aus seiner Barmherzigkeit in der Form der Bildgestalt (arca-vigraha) und nimmt unseren liebevollen Dienst entgegen.


Hinduismus ist bekannt für die vielen Götterbilder und Götterfiguren. Ist dies aber nicht ein riesiger Wiederspruch zu der Warnung in der Bibel, man solle sich kein Bildnis von Gott machen?! Ja, die Form Gottes entzieht sich dem menschlichen Vorstellungsvermögen, doch wenn Gott sich offenbart und die heiligen Schriften Beschreibungen geben, wie die Form Gottes verehrt werden soll, ist dies etwas anderes. Eine anschauliche Analogie ist die des Postbriefkastens. Das Postamt mag weit entfernt von meinem Zuhause sein, daher stellt die Post verschiedene Briefkästen in der Nachbarschaft auf. Wenn ich nun selber eine Kiste gelb anmale und Post darauf schreibe, so hat dieser falsche Briefkasten nicht sehr viel Wert. Der von der Poststelle aufgestellte Briefkasten hingegen ist völlig autorisiert und in gewissem Sinn nicht verschieden vom Postamt. In ähnlicher Weise werden die Bildgestalten Gottes nicht einfach nach der Phantasie des Künstlers hergestellt, sondern nach den Anweisungen der heiligen Schriften, welche sehr genaue Angaben bezüglich richtiger Körperhaltung, Handstellungen, körperlichen Proportionen usw. beinhalten. Danach findet eine umfangreiche Weihezeremonie statt, in der der Herr gebeten wird, die Bildgestalt mit seiner göttlichen Gegenwart zu durchdringen.
 

Für mich ist genau dieser Aspekt, dieser persönliche Dienst zu Gott in seiner Form als Bildgestalt, etwas unglaublich Faszinierendes. Die Bildgestalt ist letztlich eine göttliche Inkarnation, mit der sich der Herr menschlicher Obhut anvertraut. Dies bedeutet, dass Krishna in der Form der Bildgestalt auch ins Bett gebracht wird, dass man Ihn am Morgen weckt, badet und neu ankleidet, dass für Krishna gekocht wird, ihm täglich fünf Mal Speisen dargebracht werden und dass Krishna einen Kleiderschrank mit über 60 verschiedenen Kostümen besitzt. Die Bildgestalt ist also ein göttlicher Gast und soll auch als solcher behandelt werden. Deshalb werden Ihm Räucherwerk, Blumen, Lichter, Gesang und Nahrung dargebracht. Durch diesen Dienst kann ein liebevoller Austausch zwischen Gott und seinem Geweihten entstehen.

 

(aus : Blog `Götzendienst oder Gottesdienst?! )  

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